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Heike ModeratorIn

Anmeldungsdatum: 30.07.2003 Beiträge: 365 Wohnort: Kreis Höxter
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Verfasst am: 20.01.04, 09:08 Titel: Das Tier als "wirtschaftlicher Wert" oder als &quo |
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Hallo zusammen, hallo Hartwig,
offensichtlich wundert sich der Eine oder Andere darüber, warum ich mit meinen Beiträgen immer so „dazwischenhaue“.
Deswegen nehme ich das jetzt mal zum Anlaß, das ganz losgelöst vom Thema „Screening“ hier zu erläutern.
Wir besitzen insgesamt 6 verschiedene Tierarten, haben fast 20 Jahre Kamerunschafe gezüchtet und Tiere sind
sicher unser größtes Hobby. Dazu gehört auch, dass wir regelmäßig fast jede Tierreportage im Fernsehen anschauen, besonders auch aus anderen Ländern, und uns auch mit der Evolutionsgeschichte, dem Tierschutz und auch mit Fragen zur Ethik in der Zucht und Tierhaltung beschäftigen.
Der Einfachheit halber möchte ich die Tierwelt in zwei Kategorien unterteilen: die heute noch weitgehend wildlebenden Arten und die domestizierten und vom Menschen „nutzbar“ gemachten Arten.
Bei den wildlebenden Arten finden wir im Laufe der Evolutionsgeschichte Veränderungen vor, die sich sowohl vom Tier selbst als auch durch das indirekte Eingreifen des Menschen ergeben haben. Bei den natürlichen Veränderungen handelt es sich, einfach ausgedrückt, um Genveränderungen aufgrund von Anpassungen an sich verändernde Umweltbedingungen wie zB. klimatische Veränderungen, ein sich dadurch veränderndes Nahrungsangebot, andere Anforderungen an das Fell etc.
Zusammen mit der natürlichen Selektion („Überleben der Stärksten“) überlebten die Tiere, die sich diesen veränderten Umweltbedingungen am Besten anpassen konnten. Die Arten, die dazu nicht in der Lage waren, starben, (und sterben heute noch), aus. Die anwachsende Anzahl der Menschen und ihre Ausbreitung in der Welt führte dann natürlich auch dazu, dass tierische Lebensräume kleiner wurden und auch diese Tatsache ein geringeres Nahrungsangebot mit den oben beschriebenen Folgen nach sich zog.
Als nächsten Schritt erkannten die Menschen dann natürlich auch den Nutzwert der Tiere, sei es als Nahrungsmittel oder aber auch als im unmittelbaren Lebensraum einsetzbares „Nutztier“. Zu nennen sind hier z.B. alle Arten der Last- und Zugtiere vor der Erfindung der Motoren, aber auch z.B. die Lebensgemeinschaften mit Katzen als Mäusejager im Getreidespeicher, mit Hunden als Hüter der nahrungsspendenden Herden ( von Kultur zu Kultur unterschiedliche Tiere wie Rinder, Ziegen, Schafe etc.), mit Schlittenhunden zu Fortbewegung usw.
Schon lange bevor die Vererbungslehre die wissenschaftliche Grundlage lieferte, wußten die Menschen, dass sie durch bewußte Zuchtauswahl die Entwicklung der Tiere hinsichtlich des gewünschten „Verwendungszweck“ durch bewußte Selektion positiv beeinflussen konnten. Man paarte die besten Tiere miteinander, die weniger Guten wurden in der Zucht nicht mehr eingesetzt. So ist z.B. auch das phänotypisch sehr unterschiedliche Erscheinungsbild der Schlittenhunde zu erklären, mal sehen sie aus wie Huskys, mal wie Retriever. Einziges Kriterium war und ist hier die Laufleistung, alles andere ist untergeordnet.
(Der Vollständigkeit halber soll hier natürlich auch noch erwähnt werden, dass im Gegenzug Tiere, die der Mensch als unnütz oder als Bedrohung empfand/empfindet, gnadenlos gejagt und ausgerottet wurden/werden, ebenso Tiere, die aufgrund ihres „Wertes“, sei es nun das edle Fell, die edle Haut oder sonstige Körperteile, gnadenlos getötet werden und in ihrem Bestand gefährdet sind!)
Die Bedeutung des Tieres als Wirtschaftsfaktor wurde natürlich auch erkannt. Mit Tieren wurde gehandelt ( i.S. von tauschen gegen andere Waren), Tiere im Bereich der Nahrungsmittelindustrie, Tiere im Bereich des Leistungssports etc.
In vielen Kulturen leben Mensch und Tier noch so wie vor hunderten von Jahren zusammen: die Tiere sind die Existenzgrundlage der Menschen und bilden eine enge Lebensgemeinschaft mit ihren Besitzern, auch wenn sie letztendlich natürlich einen rein wirtschaftlichen Aspekt haben.
In unseren hochzivilisierten Industrieländern sind viele der ehemals lebensnotwendigen Gemeinschaften zwischen Mensch und Tier überflüssig geworden. Hütehunde werden durch moderne Zaunsysteme ersetzt, unsere Häuser sind massiv gebaut und sicher, müssen nicht mehr bewacht und verteidigt werden, Maschinen und Motoren verrichten die Arbeit von ehemaligen Zug- und Lasttieren, Fleisch wird im Supermarkt gekauft.
Insofern finden wir hier und heute im Prinzip zwei Kategorien der Tierhaltung: die Eine verfolgt nach wie vor ehr wirtschaftliche Interessen und Ziele, die Andere bewegt sich ehr im Bereich der Hobbyhaltung: das Tier als Hausgenosse, Kuscheltier, für Manche sogar der einzige Lebensinhalt (alte Menschen!), aber auch als Weidetier mit Schwerpunkt Hobby in ländlichen Gebieten. Letztendlich erfüllen natürlich auch diese Tiere eine Aufgabe, oder, um Deine Worte zu benutzen, Hartwig, sie erbringen eine Leistung, wenngleich diese auch ehr im sozialen/kommunikativen Bereich einzuordnen ist.
Wissenschaftlich gibt es eine Kategorisierung der möglichen Mensch-Tier-Beziehungen. So ausgedrückt wäre die erstgenannte , wirtschaftlich geprägte eine ehr utilitaristische Perspektive, also mit dem Schwerpunkt im Bereich der „Nützlichkeit“, die Zweitgenannte eine ehr ästhetisch/humanistische Perspektive: die tiefe Verbundenheit zur Natur und seiner Lebensvielfalt ohne vorrangig wirtschaftliche Interessen.
Beide Formen sind möglich und zunächst wertfrei zur Kenntnis zu nehmen.
Letztendlich muß sich also jeder Tier-Interessent entscheiden, zu welcher Kategorie er sich zählt und ob er sich schwerpunktmäßig im wirtschaftlichen Bereich oder im Hobby-Bereich einordnen möchte. Diese Entscheidung kann natürlich von wirtschaftlichen Interessen abhängen ( will/muß ich mich von meiner Tierhaltung ernähren?).
Es ist sicher schon längst bekannt, dass ich mich hier ehr in den Hobby-Bereich einordne, das möchte ich auch kurz begründen: Ich bin keine Öko-Tante, fahre auch Auto und esse Fleisch, aber ich empfinde eine Menge Respekt vor allen Lebewesen, mit denen wir uns unseren Lebensraum teilen. Das beinhaltet für mich persönlich auch, dass Tierzucht ihre Grenzen hat und jede Tierart auch irgendwo ihre Daseinsberechtigung hat, ohne länger in die Vererbung einzugreifen.
Hartwig, Du sagst, man könne die Alpaka-Zucht nicht mit der Pferde-Szene oder Lamazucht vergleichen, das sehe ich etwas anders. Egal, welches Tier man züchtet, die Verantwortung für die entsprechende Art liegt in jedem Fall beim Züchter. Wir berauben zunächst jedes Tier erstmal seines ursprünglichen Lebensraumes und
nehmen ihm auch die ursprünglichen Aufgaben, Nahrungssuche und Arterhaltung durch natürliche Vermehrung, ab.
Insofern ergibt sich selbstverständlich für den Züchter auch die Verpflichtung, die Zucht zu steuern und durch
ausgesuchte Vermehrung schwache und nicht gesunde Tiere aus der Zucht herauszunehmen. Das würde in freier Wildbahn auf natürliche Weise auch geschehen und ist insofern überhaupt nicht verwerflich. Kritischer wird es für mich an der Stelle, und hier kommen wir in den Bereich der Ethik, an der ich als Züchter oder Zuchtverband beschließe, hinsichtlich eines ganz bestimmten Merkmales Zuchtauswahl zu betreiben, sei das nun eine besondere Fellfarbe, ein besonders hoher Fleischertrag, viel Milch usw.
Die Zucht hinsichtlich einzelner Merkmale, verbunden mit einem rein wirtschaftlichen Aspekt ( ich muß davon leben) hat weltweit nicht immer nur Gutes gebracht. Das können sicher Alle bestätigen, die die Entwicklung der Nutztierhaltung und –zucht auch beobachten.( Ich möchte hier keineswegs behaupten, dass das derzeit bei der Alpakazucht der Fall ist, sondern lediglich, im Sinne der Tiere, darauf hinweisen, welche Entwicklungen hier möglich sind, also bitte nicht falsch verstehen!)
Hartwig, Du bittest darum, nochmals näher zu erläutern, was ich damit meine wenn ich sage „....damit sie (die Hobbyhalter) sich ein Bild davon machen können, wohin die Reise, aus der Sicht der professionellen Züchter, geht.“
Dieses Bild können sich die Hobbyhalter machen, da Du Dir ja die Mühe gemacht hast, mir recht ausführlich zu antworten.
Du schreibst: „ Insofern kann sich gerade für diejenigen, die nur Alpakas als Hobby halten und sich an ihnen erfreuen möchten, der professionellere Zuchtmarkt nicht schnell genug entwickeln, denn in einigen Jahren wird man ganz knuddelige Alpakaabsetzer von der besten Abstammung, die man heute z.T. noch nicht einmal als Deckhengst hat, womöglich schon zum Hobbytierpreis kaufen können.
Soweit sind wir jedoch noch nicht, und da muß die Allgemeinheit doch bitte Verständnis haben, daß wir unsere besten Tiere nicht zum Hobbytierpreis abgeben wollen.“
Das ist eine klare Aussage, korrigier mich bitte trotzdem, wenn ich hier nun etwas falsch interpretiere:
Zunächst: kein Züchter, gibt seine besten Zuchttiere, egal welcher Art, ab, das ist unbestritten!
Nehmen wir also an, ein NWk-Interessent ordnet sich (siehe oben) eindeutig der Gruppe „Hobby-Halter“ zu.
Er hat etwas Land, wünscht sich vorrangig Weidetiere, an denen er sich optisch und durch regegelmäßigen Kontakt erfreuen kann und die seine Weiden gleichzeitig optimal pflegen. Wirtschaftliche Interessen spielen keine Rolle. Dann muß er sich also auf dem Markt umschauen, Preise einholen und kalkulieren, inwieweit dieser Wunsch mit seiner Geldbörse zu verwirklichen ist.
Du schreibst:“ Man kann, wenn die Preise für Alpakas in den letzten 5 Jahren betrachtet, feststellen, daß der Preis für gute Zuchttiere konstant gestiegen ist, und zwar parallel zum Qualitätsanstieg ist auch der Preis nach oben gegangen.“
Wenn wir also voraussetzen, dass mindestens zwei Alpakas gehalten werden sollten, sprechen wir hier also durchaus von einem Betrag, der locker in die zig-tausende von Euro geht, oder?
Der NWK-Interessent wird sich also derzeit noch überlegen müssen, ob er dieses Geld investieren möchte oder aber lieber noch ein paar Jahre wartet, bis die Preise in dem von Euch angestrebten Markt sinken. Habe ich das so richtig wiedergegeben?
Oder aber er wird sich möglicherweise dann doch für den „Graumarkt“ entscheiden, den Ihr, wenn ich das richtig verstanden habe, durch das Screening unterbinden möchtet, was meiner Meinung nach aber nur möglich sein wird, wenn sich die Vereine auf ein gemeinsames Screening-Verfahren einigen werden.
Solange das jedoch nicht der Fall ist, ist m.E. die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich, zumindestens solange die Preise noch so hoch sind, Interessierte ehr auf dem „Graumarkt“ ihre Tiere kaufen und daraus ergibt sich auch meine Skepsis, ob die Käufer bereit sind, so einen hohen Preis zu bezahlen!
Letztendlich hat der Interessent aber auch noch die Möglichkeit, sich zwischen Alpakas und Lamas zu entscheiden.
Du schreibst.“ Denn das Lama muß neben dem Freizeitwert, der Schönheit des Tieres, dem mehr oder weniger guten Körperbau keine „Leistung“ erbringen.... Das Lama kann in einem Schönheitswettbewerb gewinnen, und in einem Hindernis- und Trecking-Parcours. Es kann auch einen Schein erwerben, das es sich als Therapietier eignet.“
Also ist das Lama durchaus interessant für einen Hobby-Tierhalter, der NWK haben möchte, oder? Und das, vom Anschaffungspreis her, durchaus auch aus finanziellen Aspekten.
Darüber hinaus stimme ich nicht mit Deiner Ansicht überein. Ein Lama muß durchaus Leistung erbringen, wenn auch diese Leistung nicht oder nicht nur in Euro zu messen ist.Abgesehen von den Erträgen aus der Wollgewinnung und den schon vielerorts angebotenen Trekking-Touren für Wandertouristen leistet das Lama enorm viel im sozialen Bereich.
Zu nennen sind hier ihre vielfältigen Einsätze im Suchtbereich und im Bereich der Behindertenarbeit.
Einem schwer geistig und körperlich behindertem Menschen, der 99% seines Lebens im Rollstuhl mehr oder weniger liegend verbringt, ist es ziemlich wurscht, ob er beispielsweise einen Polyesterpullover oder einen Alpaka-Troyer trägt. Die Begegnungen mit einem dafür ausgebildeten Lama gibt ihm aber unendlich viel: Lebensfreude, Naturerfahrungen, neue Körperwahrnehmungen.
Viele Kinder, die hauptsächlich in ihrer Computerwelt leben und denen sehr viel Gefühl für die Umwelt und die Natur ( und somit natürlich auch für den Natur- und Umweltschutz) verloren gegangen ist, die sich schonmal überhaupt nicht für das Wandern interessieren, kann mit Hilfe der Lama-Wanderungen, die dann plötzlich spannend und interessant sind, ein Stück Bezug zu unserer Umwelt wiedergegeben werden. Und das sollte uns, im Hinblick auf kommende Generationen und den Schutz und Erhalt unseres Lebensraumes doch auch wichtig sein?!
Wie gesagt, diese „Leistungen“ des Lamas sind nicht in Euro auszurechnen, m.E. aber in keiner Weise wertloser als beispielsweise die „feinsten und kostbarsten Naturfasern der Welt in fast 60 Farbschattierungen“ des Alpakas.
In diesem Sinne, lieber Hartwig, „ jedem sein Alpaka ODER Lama“. Jeder muß selbst für sich entscheiden:
Was möchte ich von dem Tier? Muß ich von ihm oder möchte ich mit ihm leben? Was kann oder will ich dafür bezahlen?
Herzliche Grüße aus dem verregneten Ostwestfalen von Heike! |
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Hartwig Kraft Gast
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Verfasst am: 20.01.04, 14:03 Titel: muß Schnee räumen |
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Guten Morgen Heike,
Nachdem ich einen heißen Tee konsumiert habe, mußte ich erstmal 2 Stunden Schnee räumen, damit ich mit dem Auto vom Hof komme, wir waren so ziemlich eingeschneit.... ich antworte später....
herzl. Grüße, Hartwig |
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Hartwig Kraft Gast
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Verfasst am: 21.01.04, 00:18 Titel: |
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Liebe Heike!
Du schreibst:
In unseren hochzivilisierten Industrieländern sind viele der ehemals lebensnotwendigen Gemeinschaften zwischen Mensch und Tier überflüssig geworden. Hütehunde werden durch moderne Zaunsysteme ersetzt, unsere Häuser sind massiv gebaut und sicher, müssen nicht mehr bewacht und verteidigt werden, Maschinen und Motoren verrichten die Arbeit von ehemaligen Zug- und Lasttieren, Fleisch wird im Supermarkt gekauft.
… genau und die Milch kommt aus der Tüte und der Strom kommt aus der Steckdose, ich weiß, aber was willst Du damit sagen?
Ich habe bisher noch nicht begriffen, warum Du manchmal "dazwischenhaust"...
Heute muß schon oft jungen Leuten erklärt werden, woher Milch kommt, woher die Eier und woher die Wolle, das ist schlimm genug. Worauf willst Du hinaus?
Du schreibst später weiter: "Wissenschaftlich gibt es eine Kategorisierung der möglichen Mensch-Tier-Beziehungen. So ausgedrückt wäre die erstgenannte , wirtschaftlich geprägte eine ehr utilitaristische Perspektive, also mit dem Schwerpunkt im Bereich der „Nützlichkeit“, die Zweitgenannte eine ehr ästhetisch/humanistische Perspektive: die tiefe Verbundenheit zur Natur und seiner Lebensvielfalt ohne vorrangig wirtschaftliche Interessen.
Beide Formen sind möglich und zunächst wertfrei zur Kenntnis zu nehmen. "
Ja, liebe Heike, und bei der Alpakazucht haben wir ja gerade das wunderbare, das wir beides miteinander verbinden können, genau das ist der Punkt. Warum ist das so schwer zu verstehen? Jeder Mensch muß von irgendetwas leben, und in der Tat sind die meisten Menschen auf der Welt in der Landwirtschaft tätig. Die Butter kommt nicht aus dem Kühlfach und Fleisch wird im Supermarkt gekauft, aber nicht angebaut! Ich selber, wenn Du mich fragst, war 15 Jahre strenger Vegetarier, aus Mitgefühl mit den Millionen von armen gestreßten Kreaturen, die leider in der "modernen" und tierquälerischen Massentierhaltung in Mitteleuropa vor sich hin vegetieren.
Irgendwie muß das Land bewirtschaftet werden, möglichst nachhaltig, und irgendwo muß die Nahrung her kommen (also das soll nicht heißen, daß ich für die Fleischnutzung bei NWK bin), und mit irgendetwas muß der Mensch sich kleiden, früher nahm man Felle, später züchtete man Schafe, und verspann die Wolle. Heute trägt man viel künstliches Zeug, gefärbte Sachen, und zwar mit Folgen. Die Leute werden krank, Färbemittel von Kleidungsstücken hat man eine krebserrengende Wirkung nachgewiesen, usw. Von daher gibt es ja schon seit langem den Trend zurück. Gesunde Nahrung, artgerechte Tierhaltung. Und gesunde Kleidung!!!!
Das Alpaka ist in dem Zusammenhang das Tier des 21. Jahrhunderts, es ist ein absolut ökologisches Tier. Es hat sich in vielen Ländern durchgesetzt, weil es nicht nur charmant und liebevoll und graziös ist, sondern weil es ein gesuchtes Zuchttier ist, mit einer der hochwertigsten Fasern der Welt, ja, und in 60 Farbschattierungen. Und es ist äußert anspruchslos, gering in den Kosten, es ist unkompliziert in der Haltung und robust gegen Krankheiten, und noch nicht überzüchtet, wie viele moderne Nutztierrassen. Und es ist kann ein gutes Investment sein, sage ich, selbst wenn mir Gerhard Rappersberger widerspricht. Und es verursacht nicht solche Trittschäden wie andere Weidetiere.
Und es ist nicht verwerflich, diesen Schatz der Natur zu erhalten und zu züchten. Es ist im Gegenteil eine wichtige Aufgabe, weil dieses Tier einen sehr wichtigen Rohstoff produziert. Ich weiß, viele belächeln uns Alpakazüchter, aber in 10 – 20 Jahren wird sich ein großer Markt sowohl für die Tiere als auch für ihre Endprodukte entwickelt haben.
Und schon wieder…., wirst Du sagen, wieder Wirtschaftlichkeit, wieder Markt.
Ja.
Ich muß Dir sagen, ich weiß ja nicht, wovon Du lebst, aber ich bin froh, dass ich mit und von meinen Alpakas leben kann, in der Urproduktion, dass ich jeden Tag draußen bin, die Tiere versorge, ausbilde, Zäune baue, Heu mache und auf dem Lande leben kann und nicht in einem stressigen Büro in der Stadt sitzen und mir die Schreierei von einem Vorgesetzten anhören muß.
Alpakazucht ist ein Lebensstil.
Du schreibst:
"Letztendlich muß sich also jeder Tier-Interessent entscheiden, zu welcher Kategorie er sich zählt und ob er sich schwerpunktmäßig im wirtschaftlichen Bereich oder im Hobby-Bereich einordnen möchte. "
Das ist in meinen Augen ein Schwarz –weiß-denken. Es gibt mindestens noch eine Kategorie dazwischen, und die ist wie Sabina sagt, ich will nicht davon leben, aber ich finde gut, dass es sich selber trägt. Wenn Leute Alpakas kaufen, erwarten sie in der Regel nicht, dass sie damit reich werden, aber sie erwarten, dass sie wenigstens nach einiger Zeit ihre Investition wieder reinholen.
Du schreibst weiter: "Es ist sicher schon längst bekannt, dass ich mich hier ehr in den Hobby-Bereich einordne, das möchte ich auch kurz begründen: Ich bin keine Öko-Tante, fahre auch Auto und esse Fleisch, aber ich empfinde eine Menge Respekt vor allen Lebewesen, mit denen wir uns unseren Lebensraum teilen. "
Ja, denkste ich nicht?
Dann schreibst Du weiter: "Das beinhaltet für mich persönlich auch, dass Tierzucht ihre Grenzen hat und jede Tierart auch irgendwo ihre Daseinsberechtigung hat, ohne länger in die Vererbung einzugreifen. "
Ich bin auch Deiner Meinung, wenn es um die genetische Manipulierung von Pflanzen und Tieren angeht (Gentechnik, Cloning etc.), aber die nicht die Tierzucht! Lamas und Alpakas sind ERgebnisse von Domestikation, von Zucht. Durch den Überfall der Spanier und andere widirge Umstände ist das Alpaka in der Zucht verschlechtert worden, über viele Generationen hat es oftmals keine kontrollierte Zucht mehr gegeben. Von daher haben wir jetzt ein rieisiges Potential, wir haben die Aufgabe, die Feinheit und Dichte und Farbreinhalt und Farbvielfalt der Alpakas wieder herauszuzüchten.
Du schreibst weiter: "Hartwig, Du sagst, man könne die Alpaka-Zucht nicht mit der Pferde-Szene oder Lamazucht vergleichen, das sehe ich etwas anders. Egal, welches Tier man züchtet, die Verantwortung für die entsprechende Art liegt in jedem Fall beim Züchter. Wir berauben zunächst jedes Tier erstmal seines ursprünglichen Lebensraumes und
nehmen ihm auch die ursprünglichen Aufgaben, Nahrungssuche und Arterhaltung durch natürliche Vermehrung, ab."
Moment. Welches ist der natürliche Lebensraum Deiner Kamerunschafe, oder von Meerschweinchen, Lamas oder Wellensittichen? Du hast doch gerade oben erläutert, dass es Nutztiere und Wildtiere gibt. Wildtiere haben einen natürlichen Lebensraum, aber Lamas und Alpakas z.B. gehören zu den ältesten domestizierten Tierrassen der Welt. Sie haben keinen natürlichen Lebensraum, es sind sog. Haustiere! Viele denken, Alpakas laufen frei und herrenlos irgendwo in den Anden rum und werden einmal im Jahr geschoren. Wie man auf so etwas kommen kann? Wenn man zum Beispiel im Buch von Gerhard Rappersberger auf Seite 27 liest: „Alpakas hingegen wurden und werden (in Südamerika) eher wie die Schafe in unseren Breiten gehalten, das heißt sie beweiden das ganze Jahr über die ihnen zugänglichen Gebiete und werden einmal im Jahr eingefangen, geschoren, soweit möglich und notwendig medizinisch versorgt und selektiert, umgruppiert oder voneinander getrennt."
Das ist nicht richtig und daraus muß man schließen, dass Gerhard Rappersberger die Alpakazucht in Südamerika noch nicht live gesehen hat. Meine Züchterfreunde aus Südamerika haben lauthals gelacht, als ich ihen das vorgelesen und übersetzt habe.
Weiter im Text: "Insofern ergibt sich selbstverständlich für den Züchter auch die Verpflichtung, die Zucht zu steuern und durch
ausgesuchte Vermehrung schwache und nicht gesunde Tiere aus der Zucht herauszunehmen. Das würde in freier Wildbahn auf natürliche Weise auch geschehen und ist insofern überhaupt nicht verwerflich. Kritischer wird es für mich an der Stelle, und hier kommen wir in den Bereich der Ethik, an der ich als Züchter oder Zuchtverband beschließe, hinsichtlich eines ganz bestimmten Merkmales Zuchtauswahl zu betreiben, sei das nun eine besondere Fellfarbe, ein besonders hoher Fleischertrag, viel Milch usw. ... Die Zucht hinsichtlich einzelner Merkmale, verbunden mit einem rein wirtschaftlichen Aspekt ( ich muß davon leben) hat weltweit nicht immer nur Gutes gebracht. Das können sicher Alle bestätigen, die die Entwicklung der Nutztierhaltung und –zucht auch beobachten.( Ich möchte hier keineswegs behaupten, dass das derzeit bei der Alpakazucht der Fall ist, sondern lediglich, im Sinne der Tiere, darauf hinweisen, welche Entwicklungen hier möglich sind, also bitte nicht falsch verstehen!)
Hartwig: Ich kann leider nicht nachvollziehen, was diese ganzen Ausführungen aussagen sollen. Wovor willst Du warnen? Schau Dir mal Alpakamärkte in USA oder Australien an, oder in Europa. Diejenigen, die in diesen Ländern die Tiere züchten, hegen und pflegen, sie lieben ihre Tiere, ja, verehren sie, sie geben ihnen Namen, es sind Familienangehörige, das ist bei professionelleren Züchtern so und bei Hobbyhaltern gleichermaßen. Ja, und sie freuen sich, wenn sie einen Platz bei der Show machen, oder wenn man sie für einen guten Preis in gute Hände weitergibt, ist das schlimm? Niemand, der soviel Geld für Tiere ausgibt, wird sie schlecht behandeln, denke ich.
Es gibt sicher überall schwarze Schafe. Aber die absolute Masse der Alpakazüchter in der westlichen Welt, geht absolut gut mit den Tieren um. Dr. Julio Sumar, wie gesagt, einer d e r Alpakaexperten Perus, ja, der Welt, war erstaunt, als er das erste Mal nach USA kam und da eine Show richtete, wie liebevoll die Menschen dort mit ihren Alpakas umgingen. Auch wenn es in Südamerika viel Respekt gegenüber dem Alpaka gibt, wird es in der Regel nicht so betüttelt und hat nicht den individuellen Bezug und bekommt nicht so viel menschliche Zuneigung und Liebe.
Wenn man von den ersten Alpakas in Deutschland oder irgendwo in Mitteleuropa ausgeht, so entsprachen sie nicht wirklich dem Idealbild von einem Alpaka. Da wird mir sicherlich jeder recht geben. Viele dieser Tiere stammten unter anderem aus Zoos oder Tiergehegen. Ich habe gerade letztes Jahr im Hagebecker Tierpark in Hamburg grauenhafte Alpakas gesehen, und alle sahen sie gleich aus, von der Kopfform, was mich stark vermuten lässt, dass hier auch Inzucht betrieben wurde bzw. wird.
Im Ostberliner Zoo Friedrichsfelde soll der zuständige Zoodirektor eine Blutauffrischung seiner Alpakaherde mit den Worten abgelehnt haben: Die Tiere sind durch Inzucht entstanden und dabei wolle er es belassen. Das habe ich von einer Mitarbeiterin dieses Menschen, die selber Alpakas hat und ihm vorschlug, mal einen anderen Hengst zum decken einzusetzen.
Du äußerst Bedenken, dass die Tierzucht von Alpakas möglicherweise ethisch nicht einwandfrei sei oder eine Tendenz einnehmen könnte, die ethisch bedenklich ist, ohne aber das irgendwie zu konkretisieren.
Du erwähnst aber die Farbe. Nehmen wir mal die Farbe. Es gibt bei Alpakas bis zu 60 Farbschattierungen. Das ist einmaliger Rekord. Kein Fasertier der Welt hat diese Farbpallette. Die gilt es aber zu erhalten bzw. erstmal wieder herauszuzüchten! Dies geht nur durch gezielte Zucht. In Südamerika wird eben nicht gezielt gezüchtet, 1:1, d.h. für einen Stute der Farbe mittel-rosagrau wird ein Hengst mittel-rosagrau ausgesucht. Man benötigt ca. 12 Generationen, um eine Farbe reinzuzüchten. Das heißt nach 12 Generationen mittelrosagrau und mittelrosagrau wird man auch mittelrosagrau mit Sicherheit herausbekommen bei einer entsprechenden Verpaarung. Da waren uns die Inkas durch ihre professionelle Zucht wahnsinnig weit voraus. Sie hielten die verschiedenenfarbigen Alpakas geographisch getrennt.
Oder nimm mal die Milchleistung (gibt es bei Alpakas ja auch). Erst durch gezielte und kontrollierte Zucht wird man die Milchleistung von Alpakastuten verbessern. Wie viele Züchter wissen, gibt es hier, auch was die Qualität des Kolostrums und damit die Immunabwehr der Fohlen angeht, große Unterschiede. Erst durch kontrollierte Zucht und einen Austausch unter Züchtern findet man heraus, welche Hengste z.B. gute Milchleistung an weiblichen Nachwuchs weitervererben.
Durch gezielte Zucht wird ja auch der Körperbau verbessert, ein stärkerer Knochenbau ist z.B. erwünscht (englisch: „heavy bone“), nicht dünne Beinchen. Im NWK-Standard (veröffentlicht in: LAMAS, Frühjahr 2001) ist dieser Punkt daher auch leider falsch. Mit „1“ wird dort ein sehr feiner Knochenbau bewertet, mit „9“ ist der Knochenbau „sehr grob“ und mit „5“ korrekt. Also wenn das keine Bewertung ist! Leider ist sie falsch. Möglicherweise trifft dies auf Llamas zu, da kenne ich mich nicht aus, auf Alpakas trifft dieses Bewertungsschema auf jedenfall nicht zu!
Oder ein kompakter Körperbau. Hier sind noch viele Fortschritte zu machen. Und die erreicht man durch Zucht, Heike. Eine Alpakastute mit einem starken Knochenbau, einem kompakten Körperbau und einer guten Milchleistung ist gesünder und kann einfacher gesunden Nachwuchs großziehen. Das ist Ethik, das ist Tiergesundheit, das ist Tierschutz, nicht das weiter vor sich hindümpeln und das Inzucht zulassen.
Wenn Du schon Ethik erwähnst, muß ich noch einen Begriff nennen dürfen: Artenschutz. Wie viele leider nicht wissen, sind die Suri-Alpakas, insbesondere die farbigen Suris, akut vom Aussterben bedroht.
Es gibt schätzungsweise ca. 20.000 bis 30.000 Suris weltweit, und davon sind ca. 80- 90% weiß. Das heißt insbesondere die farbigen Suris sind absolut rar und vom Aussterben bedroht.
Da die Tiere, auch wenn sie genetisch noch so wertvoll sind, in den Anden, mit 6-7 Jahren geschlachtet werden und die Aufzuchtraten dort sehr gering sind, und weil vor allem die Alpakazüchter dort wie gesagt nicht 1:1 züchten, besteht die Gefahr, dass das Suri langfristig ausstirbt. Und es ist eines der schönsten Tiere, die es überhaupt auf unserem Planeten gibt, das ist meine persönliche Meinung. Und noch dazu hat es eine wirklich kostbare Faser, die sicherlich nicht aus Grannenhaaren besteht, wie es im NWK-Standard steht, das würde mich stark wundern!
Fakt ist, dass die USA, der erfolgreichste Alpakamarkt der Welt, inzwischen einen Suribestand von mehreren Tausend Exemplaren hat und damit trägt dieser Markt auch zur Erhaltung dieser wertvollen Art bei. Jeder, der sich die Surischätze in USA mal angeschaut hat, weiß, was da für wertvolle Genetik gerettet wird.
In ganz Europa gibt es sicherlich nicht mehr als 600 Suris, aber ich denke, dass der Suribestand in Europa sich auch weiterhin kontinuierlich erhöhen wird, sodaß auch wir zum Arterhalt der Suris einen kleinen Beitrag leisten können.
So, nun weiter im Text: Dies stammt von mir: „ Insofern kann sich gerade für diejenigen, die nur Alpakas als Hobby halten und sich an ihnen erfreuen möchten, der professionellere Zuchtmarkt nicht schnell genug entwickeln, denn in einigen Jahren wird man ganz knuddelige Alpakaabsetzer von der besten Abstammung, die man heute z.T. noch nicht einmal als Deckhengst hat, womöglich schon zum Hobbytierpreis kaufen können.
Soweit sind wir jedoch noch nicht, und da muß die Allgemeinheit doch bitte Verständnis haben, daß wir unsere besten Tiere nicht zum Hobbytierpreis abgeben wollen.“
Du meinst: Das ist eine klare Aussage, korrigier mich bitte trotzdem, wenn ich hier nun etwas falsch interpretiere:
Du hast es tatsächlich falsch verstanden (hätte ich nicht für möglich gehalten!)!
Also, jemand, der wie Du beschreibst, sich an den Tieren erfreuen will, und zum Weiden pflegen und Familienanschluß, also als Lebensqualitätsbereicherung halten will, dem empfehlen eigentlich alle Züchter Junghengste oder Wallache zu kaufen.
So, ich sage, dass es heute Junghengste peruanischen Typs als Hobbytier auf dem Markt gibt, weil sie der Züchter eben nicht zur Zucht einsetzen möchte oder weil sie einen Fehler haben, während es noch 1999 solche guten Tiere dieser Bewollung etc. gar nicht in Deutschland gab! Der Preis, der gestiegen ist mit der Qualität der Faser und des Körperbaus, das bezieht sich auf Zuchttiere, also Deckhengste oder potentielle Deckhengste und vor allem Stuten! Der Preis für Hobbytiere, also für Junghengste, ist demgegenüber denke ich in etwa gleich geblieben. Es gibt jetzt in jedem Fall eine größere Auswahl an Farben und Typen.
Natürlich gibt es immer wieder Leute, die zu Züchtern kommen und meinen, sie wollen gar nicht züchten. Sie wollen aber dann doch ein Päärchen kaufen oder einige Stuten und einen Hengst, aber sie wollen gar nicht züchten. Sie schauen dann immer auf die Tiere in der Herde mit der besten Bewollung, und wollen sie dann für kleines Geld kaufen. Ich denke, jeder Züchter schickt solche Leute weg, die denken, sie könnten Top Qualität zum Preis eines Schafes kaufen. Das ist nicht drin und ich denke, einen solchen dramatischen Preisverfall wird es nicht geben, weil irgendwann der Junghengst immer noch ein guter Faserproduzent ist und dann mehr erwirtschaftet als ein Hobbytier bringt und weil die Stute eben daneben vor allem Nachwuchs auf die Welt bringen kann.
Heike: "Wenn wir also voraussetzen, dass mindestens zwei Alpakas gehalten werden sollten, sprechen wir hier also durchaus von einem Betrag, der locker in die zig-tausende von Euro geht, oder?"
Nein. Ein Alpaka-Junghengst gibt es in Deutschland so ab die 1.000 Euro, und das halte ich nicht für zuviel, wenn man bedenkt, was das Tier einem für eine Bereicherung darstellt. Jeder Rassehund kostet 1.000 euro, wo es Millionen Hunde gibt, und selbst Rassekatzen können auch mal 1.000 Euro kosten, wo es nicht nur ein Kätzchen im Wurf gibt, sondern ein paar mehr. Ein Junghengst kann als Liebhabertier auch ein wenig mehr kosten, wenn er eine seltene Farbe hat oder dergleichen.
Heike weiter: "Oder aber er wird sich möglicherweise dann doch für den „Graumarkt“ entscheiden, den Ihr, wenn ich das richtig verstanden habe, durch das Screening unterbinden möchtet, was meiner Meinung nach aber nur möglich sein wird, wenn sich die Vereine auf ein gemeinsames Screening-Verfahren einigen werden. "
Der Graumarkt wird dann unterbunden, wenn die Halter ihre Tiere registrieren und an einer ordentlichen Zucht teilnehmen. Glücklicherweise haben sich die meisten Alpakahalter und –Züchter in der Bundesrepublik dazu entschlossen, ihre Alpakas in Deutschland im AZVD mit DNA zu registrieren, sie hatten dazu 12 Monate Zeit. Und für diejenigen, die es verpasst haben oder sich es erst jetzt anders überlegen, gibt es wie gesagt immer noch die Chance, ihre Tiere screenen zu lassen und damit in das Register zu bringen, nähere infos dazu unter www.alpakazuchtverband.de
Dadurch, dass fast alle Alpakazüchter in einem Boot sitzen, wenn man so will, ist der sog. Graumarkt im Augenblick jedenfalls relativ klein. Aber sicherlich wird der eine oder andere mal auf einen Tierhändler stoßen, der irgendwoher einige Alpakas hat und sie feilbietet, und wenn man nachfragt, was sie für Eltern hatten, wo sie herkommen, oder wer mit wem verwandt ist, bekommt man keine Antwort.
Du schreibst weiter: "Solange das jedoch nicht der Fall ist, ist m.E. die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich, zumindestens solange die Preise noch so hoch sind, Interessierte ehr auf dem „Graumarkt“ ihre Tiere kaufen und daraus ergibt sich auch meine Skepsis, ob die Käufer bereit sind, so einen hohen Preis zu bezahlen! "
Jedem ist freigestellt, sein Tier da zu kaufen, wo er oder sie es für richtig hält. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Neuanfänger sagen, wenn, dann fangen wir mit guten Tieren an. Es gibt auch die Möglichkeit, Jungstuten zu kaufen oder Stutfohlen, wobei hier bei wirklich guten Zuchttieren auch keine großen Unterschiede sind zu tragenden Stuten.
Du schreibst.“ Denn das Lama muß neben dem Freizeitwert, der Schönheit des Tieres, dem mehr oder weniger guten Körperbau keine „Leistung“ erbringen.... Das Lama kann in einem Schönheitswettbewerb gewinnen, und in einem Hindernis- und Trecking-Parcours. Es kann auch einen Schein erwerben, das es sich als Therapietier eignet.“
Also ist das Lama durchaus interessant für einen Hobby-Tierhalter, der NWK haben möchte, oder? Und das, vom Anschaffungspreis her, durchaus auch aus finanziellen Aspekten.
Darüber hinaus stimme ich nicht mit Deiner Ansicht überein. Ein Lama muß durchaus Leistung erbringen, wenn auch diese Leistung nicht oder nicht nur in Euro zu messen ist.
Hartwig: Ich wollte sagen, dass die Preisdifferenz zwischen Alpaka und Lama möglicherweise daher rührt, dass einige Züchter der Alpakas davon ausgehen, dass ihre Alpakas einen wirtschaftlichen Wert haben, auch wenn das andere anders sehen (Gerhard Rappersberger z.B.). Dieser (Markt-) Wert hängt mit dem genetischen Potential dieses Tieres zusammen. Die Leistung wird in Zuchtausstellungen und Leistungskontrollen und Faserhistogrammen indirekt bewertet und beeinflußt damit den Wert des Tieres in Euro. Eine Bewertung einer solchen wirtschaftlichen Leistung beim Lama gibt es bisher nicht, zumindest hat die Bewertung eines Lamas beim Trecking z.B. bisher jedenfalls keine direkte wirtschaftliche Bedeutung.
Beim Alpaka ist das anders.
In jedem Fall finde ich es immer wieder auffällig, dass die Lamahalter und vor allem -Züchterfraktion offenbar davon ausgeht, dass Lama und Alpaka im Grunde dasselbe sind, nämlich Hobbytiere. Wir nehmen Euch Eure Hobbytiere doch nicht weg, aber es darf doch nicht verboten sein, das Alpaka zu züchten.
Abgesehen von den Erträgen aus der Wollgewinnung und den schon vielerorts angebotenen Trekking-Touren für Wandertouristen leistet das Lama enorm viel im sozialen Bereich.
Zu nennen sind hier ihre vielfältigen Einsätze im Suchtbereich und im Bereich der Behindertenarbeit.
Einem schwer geistig und körperlich behindertem Menschen, der 99% seines Lebens im Rollstuhl mehr oder weniger liegend verbringt, ist es ziemlich wurscht, ob er beispielsweise einen Polyesterpullover oder einen Alpaka-Troyer trägt. Die Begegnungen mit einem dafür ausgebildeten Lama
Oder Alpaka!
gibt ihm aber unendlich viel: Lebensfreude, Naturerfahrungen, neue Körperwahrnehmungen.
Viele Kinder, die hauptsächlich in ihrer Computerwelt leben und denen sehr viel Gefühl für die Umwelt und die Natur ( und somit natürlich auch für den Natur- und Umweltschutz) verloren gegangen ist, die sich schonmal überhaupt nicht für das Wandern interessieren, kann mit Hilfe der Lama-Wanderungen, die dann plötzlich spannend und interessant sind, ein Stück Bezug zu unserer Umwelt wiedergegeben werden. Und das sollte uns, im Hinblick auf kommende Generationen und den Schutz und Erhalt unseres Lebensraumes doch auch wichtig sein?!
Wie gesagt, diese „Leistungen“ des Lamas sind nicht in Euro auszurechnen, m.E. aber in keiner Weise wertloser als beispielsweise die „feinsten und kostbarsten Naturfasern der Welt in fast 60 Farbschattierungen“ des Alpakas.
Liebe Heike, niemand bestreitet die Vielseitigkeit und Schönheit und Liebenswürdigkeit der meisten Lamas. Ich habe damals in USA in 1985 ein Lamababy auf dem Arm gehabt, total niedlich, war ein Glücksgefühl.
Niemand hat gesagt die Lamas sind wertloser als Alpakas.
Aha, also doch. Ist es das doch? Hast Du Bedenken, dass das Lama nicht so viel Wert sein kann? Allmählich dämmert es mir: Im Hobbybereich erfüllen sie den gleichen Zweck, Lamas und Alpakas, aber warum sind dann Alpakas im allgemeinen doch teurer (habe keine Ahnung, was derzeit Lamas kosten), vor allem die Zuchttiere, das kannst Du nicht verstehen, richtig?
Ich denke, Alpakazüchter haben diese Sorgen nicht, weil wir uns nicht vergleichen. Wir sind mit unseren Alpakas glücklich, und wenn Lamas pro Stück 25.000 Euro kosten würden, würde ich trotzdem Alpakas züchten.
Liebe Heike, niemand hat etwas gegen Lamas.
Hey, in Bälde werde ich mir wohl auch einige Lamas anschaffen, als Herdenschutz.
Gibt es da irgendwelche Erfahrung, Lamas als Herdenschutz von Alpakaherden?
herzl. Grüße aus dem verschneiten Sachsen,
Hartwig Kraft-von Wedel
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ilse ModeratorIn

Anmeldungsdatum: 30.09.2003 Beiträge: 866 Wohnort: thurnau
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Verfasst am: 21.01.04, 12:03 Titel: das goldene vlies |
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hallo hartwig.
bei deinen langen berichten kommst du richtig ins schwärmen für deine schönen tiere.kann ich gut verstehen.
weiß aber immer noch nicht,wie du konkret momentan deine fasern verarbeitest.
du schreibst viel von der zukunft,von anderen ländern.wie ist es hier und jetzt?
wenn du von hengsten träumst die 50000.-euros kosten muß ich dich fragen warum es ratenverträge beim alpakaverkauf gibt.weil äußerst selten jemand soviel geld bar auf den tisch legen kann?
für eine kurze aussagekräftige antwort bedanke ich mich schon jetzt.
mfg ilse _________________ mr.lucky
www.frankenlamas.de |
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Heike ModeratorIn

Anmeldungsdatum: 30.07.2003 Beiträge: 365 Wohnort: Kreis Höxter
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Verfasst am: 21.01.04, 12:22 Titel: |
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Hallo Hartwig,
leider ist die komplette Überschrift aus meinem ersten Beitrag ja nicht erschienen, ( war wohl zu lang), deswegen hier noch einmal, sie lautet:
Das Tier als „wirtschaftlicher Wert“ oder als „Hobbytier“?
Bewußt habe ich zunächst den Bergriff „das Tier“ als Verallgemeinerung gewählt und meine Ausführungen, die dann folgten, sollten einen kurzen ( man kann ein Buch darüber schreiben!) Überblick darüber verschaffen, wie sich im Laufe der Zeit das Verhältnis vom Menschen zum Tier entwickelt hat.
Welche Funktion einem Tier zugesprochen wird, ob es nun ehr als Wirtschaftsfaktor oder als Hobbytier eingeordnet wird, entscheidet, da gibst Du mir sicher recht, letztendlich nicht das Tier, sondern der Mensch.
Hiermit eng verbunden ist auch, ob der Mensch sich vornehmlich als Hobby-Tierhalter, (wir können hier sicher auch die Kategorie Hobby-Züchter mit einbeziehen) betrachtet oder schwerpunktmäßig irgendein Produkt der von ihm gehaltenen und gezüchteten Arten vermarkten ( selbstverständlich ist das AUCH mit Liebe möglich)
und davon existieren will oder muß.
Meine Ausführungen dienten zur Unterscheidung dieser Kategorien.
Du schreibst: „Ich habe bisher noch nicht begriffen, warum Du „dazwischenhaust“..... Worauf willst Du hinaus?“
Leider ist die entsprechende Umfrage ja noch nicht zustande gekommen, aber ich vermute, dass ein zumindestens sehr großer Anteil der User in diesem Forum sich ehr dem Bereich der Hobby-Halter/Hobby-Züchter als dem Bereich der professionellen Züchter zuordnen würde .Die täglichen Besucherzahlen ( nachzusehen, wenn man unten in der Menüleiste die Anzeige „User“ anklickt) zeigen, dass mit dem „alpakastall“ eine Plattform geschaffen wurde oder noch im Entstehen ist, die täglich mehrere hundert Male angeklickt wird. Die besten Voraussetzungen also, um hier über professionelle Züchterthemen zu informieren, Fragen von Hobby-Haltern und Hobby-Zucht-Interessierten zu beantworten, Zukunftsperspektiven der NWK-Haltung zu diskutieren und grundsätzliche Fragen zu klären.
Mit meinem „dazwischenhauen“ wollte ich mal abchecken, inwieweit sich Züchter auf die, zugegeben
teilweise kritischen Hinterfragungen, einlassen. Es wird ja in vielen Anfragen erwähnt „ ...besuch die Züchter, ein verantwortungsvoller Züchter wird Dir gerne Deine Fragen beantworten.“
Da das für viele nicht möglich ist ( aus Zeit- oder Entfernungsgründen), bietet auch hier der „alpakastall“ besonders die Möglichkeit, dass Züchter Fragen beantworten, Stellung beziehen und den NWK-Interessierten bei ihrer Entscheidung für oder gegen Lamas, für oder gegen Alpakas, für oder gegen die Hobbyhaltung/Hobbyzucht, für oder gegen die Zucht als Existenzgrundlage behilflich sind
Mein Gefühl und mein Eindruck von einigen Beiträgen von Alpakazüchtern vermitteln mir den Eindruck, dass Fragen hierzu von Lama-Haltern nicht gern gesehen werden. Ich finde jedoch, auch wir sollten und müssen uns in diese Diskussionen einschalten um Interessierten sowohl die Lamas als auch die Alpakas vorzustellen.
Du schreibst: „Niemand hat gesagt die Lamas sind wertloser als Alpakas.“
Es ist auch möglich, zwischen den Zeilen zu lesen und keine Antwort ist auch eine Antwort.
Ich hatte z.B. Heinz gefragt, der sagte, Alpaka-Hobbytiere sind Hengste, Wallache, manchmal Stuten, die dann aber schon extreme Fehler im Körperbau oder in der Faser aufweisen müssen, ob diese Verkaufskriterien dann auch für seine Lamas gelten, die er ja auch besitzt und für die er auf seiner Homepage wirbt. Bis heute habe ich dazu von ihm keine Antwort erhalten, während er aber schon wieder mehrere Fragen zur Alpaka-Faser beantwortet hat. Da drängt sich für mich schon die Frage auf, ob, zumindestens für ihn, die Lamazucht „wertloser“ als die Alpakazucht ist.
Wir finden im Forum momentan eine Situation vor, die spannend, z.T. aufregend, aber auch ziemlich verwirrend ist. Ich finde sie dennoch enorm wichtig, weil sie dazu beiträgt, Klarheit darüber zu gewinnen, ob die NWK schwerpunktmäßig Hobbytiere sind oder einen wirtschaftlichen Wert besitzen. Oder beides?
Welche Informationsquellen, speziell Literatur, gibt es momentan im deutschsprachigen Raum über Neuweltkameliden? Die Bücher von Rappersberger und Gauly. Den Erstgenannten stellst Du ziemlich in Frage,
Beiträge aus dem Zweitgenannten bezeichnet Heinz als veraltet. hm.
Wo ist das Alpaka einzuordnen? Rappi sagt, ganz klar in erster Linie ein Hobbytier, Du und andere sagen, es ist mehr, es ist wirtschaftlich zu nutzen. hm.
Ist die Faser des Alpakas in Deutschland schon so wertvoll und kann man von dem Verkauf leben?
Rappi sagt ganz klar „nein“ , Du und andere sagen ganz klar „ja“. hm.
Hartwig, mir liegt hier ein Rundschreiben an die Rohwoll-Anlieferer vom ALNC-Team vom letzten September vor.
Ein Auszug daraus:
„ Es freut uns, dass dieses Jahr wieder einige „neue“ Anlieferer dazugekommen sind. Unerfreulich war in einigen Fällen, dass die Anlieferer seitens Herrn Blasi enttäuscht werden mußten; teuer erworbene Alpakas hatten teils nur die Qualität mittlerer Lamawolle...... Alpaka- wie Lama-Rohwolle werden gleichermaßen benötigt. Die Faserqualitäten der beiden Tierrassen sind mitunter kaum zu unterscheiden. Manche Wollieferanten werden festgestellt haben, daß ihre Lamas die feine Faserqualität von Alpakas haben – aber mancher mußte auch erkennen, dass die Wolle seiner Alpakas nur die „gewöhnliche“ Qualität der Lamafaser hat.“
Wie bewertest Du diese Aussage? Wurden hier dann Leute übers Ohr gehauen oder ist die Entwicklung der Alpaka-Faser doch noch nicht so weit wie gewünscht?
Noch eine Frage:
Mal angenommen, jemand möchte in die professionelle Zucht und Fasergewinnung einsteigen. Du hast ein oder mehrere geeignete Tiere für den Interessenten, die ihren Preis haben. Leider hat der Käufer nicht genug Geld, sagen wir mal 20.000 Euro.
Würdest Du diesem Käufer einen Ratenkauf anbieten? Und wenn ja, hältst Du das für moralisch vertretbar?
Ich weiß, dass das schon vorgekommen ist, wenngleich ich das für mich aus mehreren Gründen ablehne.
Was ist, wenn das Tier verendet? Dann zahle ich noch für etwas, das ich nicht mehr besitze. hm.
Du fragst, wovor ich warnen möchte. Eigentlich ist es keine Warnung, nur ein möglicher Blick in die Zukunft.
Nehmen wir mal an, Euer Konzept geht auf und edle Fasern produzierende Alpakas sind in den kommenden Jahren in großer Anzahl in Deutschland vorhanden.
In diesem Fall würde das Angebot den Preis bestimmen, eine normale wirtschaftliche Entwicklung. Seltenes ist teuer, Reichhaltiges kann und muß billiger verkauft werden, damit die Ware überhaupt noch abgesetzt werden kann.
Konkurrenzkampf bei der Preisgestaltung entsteht, Dumpingpreise haben Auswirkungen auf die zur Verfügung stehenden Geldmittel für die Tierhaltung. Nicht selten wird das Tier hier vernachlässigt, Haltungsbedingungen verschlechtern sich zugunsten des rein wirtschaftlichen Ertrages.
Als Beispiele zu nennen sind hier: Ständerhaltung in der Milchviehwirtschaft, Legebatterien für Hühner, Putenmassenhaltung, Käfighaltung für Pelztiere, Sauen in Gitterhaltung usw.
Wird es möglich sein, die Alpakas, deren Haltung und Zucht Du momentan als Lebensstil betrachtest,
dann weiterhin artgerecht zu halten? Kann man die Länder Peru, Australien und Amerika überhaupt mit Deutschland vergleichen, allein schon im Hinblick auf ihre Größe und das vorhandene Weideland?
So, das war´s erstmal wieder. Ich bin gespannt auf Deine Antworten.
Viele Grüße von Heike! |
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bernd Mega Stammgast
Anmeldungsdatum: 29.07.2003 Beiträge: 72 Wohnort: 82237 Wörthsee / Auing
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Verfasst am: 21.01.04, 13:15 Titel: |
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Hallo Forumsbesucher,
mit dem letzten Beitrag hat Heike viele Fragen bzgl. der Faser und seiner Wirtschaftlichkeit in den Raum gestellt, die jeder für sich mit ein bißchen Logik selbst beantworten kann.
Bin nun mal gespannt ob dem Blasi auch die Fachkompetenz abgesprochen wird.
Im übrigen haben wir es schwer die kommerziell hergestellten Produkte aus Lama und Alpakafaser auf unserem Markt abzusetzen, zu hohe Produktionskosten bei gleichzeitig geringem Entgelt für die Rohfaser.
Solange hochwertige reine Alpakaprodukte aus Südamerika importiert werden, die weit unter dem Herstellungspreis bei uns liegen, wird es wohl kaum zu dem kommen was uns einige Alpakazüchter hier einreden wollen. _________________ Gruß Bernd |
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Rappi Stammgast
Anmeldungsdatum: 07.01.2004 Beiträge: 35 Wohnort: Diesendorf
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Verfasst am: 21.01.04, 20:36 Titel: |
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Servus Hartwig,
Du schreibst, dass ich wenig Ahnung von der Alpaka Haltung in Südamerika hatte, als ich das Buch geschrieben habe - es freut mich übrigens, dass Du keine bessere Lektüre bei Deiner SA Reise gefunden hast - und das ist ja schon einige Jahre her.
Wieso kannst Du nicht akzeptieren, dass meine Einschätzung der Alpaka Haltung richtig ist, wenn Du einige Absätze tiefer ziemlich das selbe schreibst: in SA wird nicht nach Farbe getrennt gezüchtet usw.
Wir sagen doch beide, dass die Alpaka Zucht in SA vor Einfall der Spanier besser organisiert war als in den Jahrhunderten danach, bis zum erneuten Zuchtbeginn durch Nichtsüdamerikaner zusammen mit südamerikanischen Partnern in den letzten Jahren.
Wieso ist diese Aussage richtig, wenn sie von Dir kommt und ein Blödsinn, wenn sie von mir kommt?
Ist es so schwer zu ertragen, dass andere auch etwas wissen?
Übrigens verdrehst Du sehr gerne meine Argumente. Ich sehe Neuweltkameliden durchaus und schon lange als einen Wirtschaftsfaktor. Nur verwehre ich mich dagegen, unerfahrenen Interessenten diese Tiere als Investment aufzuschwatzen und mit der Wolle den hohen Preis zu rechtfertigen. Das ist es, was viele hier stört, dass Ihr gerne die Preise der Tiere mit dem zu erwartenden Wollertrag rechtfertigt, und das ist glattweg falsch und eine bewusste Irreführung der Interessenten.
Und dagegen verwehren sich einige, unter ihnen eben auch ich.
Ich sehe keinen großen Unterschied zwischen Alpakas und Lamas, lediglich, dass Lamas vielseitiger eindetzber sind, Alpakas hingegen feinere und mehr Wolle liefern. Nur kann ich nicht nachvollziehen, wie man einen um einige tausend Euro höheren Preis als bei Lamas allein mit dem Mehrertrag aus Wolle rechtfertigen kann. Wenn man mit einem Alpaka um 3 kg Wolle mehr als mit einem Lama erzielt, und der Preis für ein kg Rohwolle etwa 10 Euro beträgt, muss ich das Alpaka etwa 100 Jahre länger haben als das Lama um den Mehrpreis von 3000 Euro zu erwirtschaften.
Lamas und Alpakas können beide auf eine sehr angenehme Art beitragen, den Lebensunterhalt mit ihnen zu verdienen. Die Arbeit, die man in der Natur und mit den Tieren verbringt, wird bezahlt, sei es beim Trekking, durch die Verarbeitung der Wolle etc.
Ja, man kann mit Lamas und Alpakas ein kleines Vermögen machen - wenn man vorher ein großes hat! _________________ Vü Glick im Stoi und übaroi!
wünscht Rappi |
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Dominic u. Linda Mega Stammgast

Anmeldungsdatum: 05.08.2003 Beiträge: 196 Wohnort: 92277 Hohenburg
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Verfasst am: 23.01.04, 20:19 Titel: |
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Hallo Ihr eifrigen Schreiber,
ich lese nun schon lange und auch gerne Eure Beiträge hier im Alpakastall.
Aber seit einiger Zeit, eigentlich seit der Schertisch Diskussion und die darauf folgenden Themen wie Fasern oder jetzt Alpakas als Wirtschaftsfaktor, vergeht mir langsam die Lust dazu. Warum wird hier zunehmend alles schlecht gemacht was mit dem AZVD zusammenhängt? Darf es keine unterschiedlichen Meinungen geben? Es gab gute, sachliche Diskussionen, die interessant und lehrreich waren aber jetzt? Und auffälligerweise wird die schlechte Stimmung ( so empfinde ich das ) von Lama-Züchtern-Haltern gegen die Alpakaszene ganz bewußt geschürt. Was soll das eigentlich werden? Ist es der Neid, das hier etwas Vorwärts geht, oder weil viele Mitglieder zum AZVD gegangen sind und auch weiterhin gehen? Hier soll scheinbar den Lesern klar gemacht werden, das das was der NWK-Verein macht richtig ist und der AZVD oder deren Mitglieder spinnen den Neueinsteigern etwas vor. Ich habe viele Züchter besucht, bevor ich die ersten Alpakas gekauft habe und keiner hat mir etwas vom "großen Verdienst" in der Zukunft vorgegaukelt.
Das es noch einige Zeit braucht, bis wir soweit sind wie die Kanadier oder Engländer ist doch klar. Aber wenn hier so weiter gemacht wird wie zuletzt, wird sich so mancher Interessent andere Tiere anschaffen. Und dann wird`s noch länger nicht`s.
Der Satz :" Klar läßt sich mit Alpakas ein kleines Vermögen machen, wenn man vorher ein großes hat" ist doch wohl auch überflüssig gewesen oder? Von einem seriösen Buchautor hätte ich ehrlich gesagt mehr erwartet. Auf jedenfall, wenn hier so weitergemacht wird, machen diese Leute mehr Schaden als Nutzen und zwar für beide Seiten!!! Leider ist gute Werbung zu machen viel schwerer als negative.
Viele Grüße Dominic |
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Michael Moderator

Anmeldungsdatum: 30.07.2003 Beiträge: 681 Wohnort: Hettenleidelheim
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Verfasst am: 23.01.04, 21:37 Titel: |
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hallo dominic,
also ich finde das du ein bisschen viel herumspekulierst wer was wie und warum sagt oder schreibt bzw. das es eindeutig so sein soll, das der azvd
von lamahaltern bzw.-züchtern schlecht gemacht wird.das die diskussionen
von beiden seiten von sachlich bis emotional und, je nach ansicht, auch
beleidigend geführt werden ist nun mal teil eines forums.ich bin noch in anderen foren unterwegs und im vergleich zum alpakastall geht`s da zum
teil "ganz schön zur sache".und warum sollte hier etwas bewusst gegen
alpakahalter geschürt werden?welchen vorteil sollte das für die lamahalter
haben?die diskussion hat sich oft daran entzündet das gestellte fragen gar nicht beantwortet wurden bzw. als angriff gewertet wurden und dann auch sofort und entsprechend reagiert wurde.genausogut könnte jetzt z.b. aelas sich hier beschweren das ihm ein meckererimage von gewissen leuten verpasst werden soll.jede person oder jeder verein sollte so von seiner sache überzeugt sein, das er gelassen genug sein kann um fragen
zu beantworten bzw. seinen kritikern entgegenzutreten.und wo, dominic ist
zu erkennen das unterschiedliche meinungen akzeptiert werden?ich meine
hier vor allem hartwig der meint, jedes argument( siehe heikes beiträge)
umkehren bzw. widerlegen zu müssen und dabei so ziemlich jedem, ob
nun hobbyhalter oder fachmann das fachwissen aberkennt.den neidern kann man es doch zeigen, wenn sich die prognosen des azvd bewahrheiten
sind es doch dann die lamaleute, die die langen gesichter machen oder nicht?
wer sich für alpakas interessiert, wird sie sich kaufen, dominic.und wer mit ihnen geld verdienen will wird das auch wenigstens versuchen.sollte
er verzichten nur weil er hier im forum mitliest?so einfach sehe ich das nicht, so jemand braucht an eine geschäftsidee erst gar keinen gedanken verschwenden, wenn ein forum die alleinige entscheidungshilfe darstellen soll, dann schon die kontakte die hier entstehen können.im übrigen ist es
schon auffällig das es oft genug "gäste" sind, die sich solche "sorgen" ma-
chen ob sie sich tiere anschaffen sollen oder nicht.
beide seiten haben sich hier nichts geschenkt, aber egal wer es jetzt wie bewertet, ich finds hochinteressant und man bleibt im gespräch und kommt
vielleicht doch noch an einen tisch, wie das ja auch von einigen (hobby)-
haltern angeregt wurde.
viele grüsse
michael _________________ Klar kann man ohne Lamas leben.Es macht nur keinen Spass. |
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Hartwig Kraft-von Wedel Stammgast
Anmeldungsdatum: 04.09.2003 Beiträge: 37 Wohnort: Wiederodaer Str. 1-2, 04769 Remsa
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Verfasst am: 28.01.04, 21:36 Titel: Schöne Tiere & konkret Faser verarbeiten & und und u |
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Hallo Forum, melde mich zurück, also schön der Reihe nach:
Hallo Ilse!
Diesmal ungewöhnlich kurz: Was wir mit der Faser machen ? Wir verkaufen sie bisher nicht, sondern wir lagern sie.
Wenn Du an anderer Stelle des Forums gelesen hättest, wüßtest Du, daß meine Geschäftspartnerin Maria Bravo, ihres Zeichens Züchterin und Modedesignerin, an einem Gewerbebetrieb arbeitet, der die Alpaka- Rohfaser ohne Färben und chem. Behandlung in hochwertige und modische Endprodukte veredelt. Bisher läßt sie in Peru fertigen. Bisher war eine solche Anlage in Deutschland geplant, aber da sie auch Gewinn abwerfen soll und die Steuersätze in Deutschland für Unternehmer derart unattraktiv sind, ist auch Chile als alternativer Standort im Gespräch, dort hat sie auch eine Farm mit ca. 300 Alpakas und einigen Surillamas. In Chile bezahlt man ca. 15% Einkommenssteuer. Wenn man bedenkt, früher waren die Abgaben ein 10tel ("der Zehnte"), heute sind wir in D. bei z.T. über 50%. Das ist aber ein anderes Thema.
Also, durchhalten, es wird nicht mehr lange dauern, dann könnt Ihr über sie Eure Alpakawolle zu Garn oder zu Endprodukten verarbeiten lassen, wenn Ihr wollt.
Im übrigen ist unsere Alpakafaser für die Wollsammelstelle des NWK nicht sonderlich attraktiv, weil diese gerne Faser zwischen 22 und 28 Mikron verarbeiten möchte.
Nun, unsere Faser ist in der Masse feiner.
Von 85 Alpakas, die wir z.B. in 2002 importiert haben, war der Großteil zw. 15 und 20 Mikron.
Und wir importieren nicht und züchten nicht Alpakas von "Royal" Qualität (unser Ziel ist 20 Mikron und feiner), um die Wolle in einer Wollsammelstelle mit Lamawolle und Schafwolle mischen zu lassen und zu Endprodukten zu verabeiten, die z.T. leider nicht so wahnsinnig modisch sind. Dort gehen auch leider die 60 Farbschattierungen unter, man bekommt da nur ein Einheitsbraun, grau und beige, wenn es mich nicht alles täuscht, ich habe mir mal so einen Pullover zur Ansicht schikcne lassen.
Warum züchten wir denn die Farben? Es ist doch ein Traum, den Schal in rot oder schwarz oder rosa oder silbergrau oder aprikot oder golden champagner in den Händen zu halten, 100%, ohne Chemie und Kunstharzen, und ohne Beismischungen von Lama oder Schafwolle.
Meine These ist, wenn man es richtig macht, wird einem Alpakamode aus den Händen gerissen. Es gehört allerdings vie Know how und modisches Verständnis und unternehmerischer Ehrgeiz dazu, eine solche Fabrikation umzusetzen. Maria Bravo arbeitet an der Umsetzung dieses Traumes seit mehreren Jahren und sie ist ihrem Ziel sehr nahe. Sie hat das Zeug dazu.
Liebe Ilse, Du schreibst: "du schreibst viel von der zukunft,von anderen ländern.wie ist es hier und jetzt?"
Wenn man keine Vision hat, kann man keinen Alpakamarkt aufbauen (Achtung: es wird weiterhin einen Markt für Hobbyhalter geben, und ioch behaupte, die Angebote werden in Zukunft noch attraktiver). Am Anfang ist eine Vision. So war die Vision der peruanischen Alpakazüchter, eines Tages sehr viele weiße Alpakas zu züchten, sie folgten der Nachfrage der Alpakaindustrie in ihrem Land. Vor 100 Jahren gab es nur recht wenige weiße Alpakas in Peru.
Eigentlich eine schier unglaubliche und fast unmögliche Leistung. Weiß ist absolut rezessiv. Jede dunkle Farbe setzt sich normalerweise gegenüber weiß durch. Da es zu schaffen, 80-90% der nationalen Herde auf weiß zu züchten, ist eine züchterische Glanzleistung.
Die Australier hatten und haben eine Vision. Vor nicht wenigen Jahren fingen sie mit 11 Leuten an, einen Zuchtverband zu gründen. Heute sind es tausende Züchter mit insgesamt ca. 40.000 Alpakas.
In England das gleiche: Dort hat einer mit ca. 600 Alpakas angefangen, mit einem Monopol, nunmehr gibt es in England ca. 6.000 - 8.000 Alpakas, und die Engländer haben den Ehrgeiz, etwas mit der Zucht zu erreichen. Und jeder, der einmal in England war, auf einer Show, der weiß, sie lieben ihre Tiere dort genauso wie wir, es gibt dort genauso Hobbyzüchter und auch Kritiker, es gibt dort auch einen NWK Verband, der alles registriert.
Und wenn wir nach Deutschland schauen, kann man sehen, das wir einen NWK haben und einen AZVD. Im AZVD ist die absolute Mehrheit der Halter und Züchter von Alpakas organisiert und auch die absolute Mehrheit der Alpakas. Die Mitgliederzahl ist von 13 im Gründungsjahr 2001 auf nunmehr über 100 im Jhr 2003 angewachsen, wobei wir auch einige Mitglieder in Schweden und Holland und in Übersee haben. Jedenfalls kommen jeden Monat neue Mitglieder hinzu.
Liebe Ilse, Du fragst: "Wenn du von hengsten träumst die 50000.-euros kosten muß ich dich fragen warum es ratenverträge beim alpakaverkauf gibt.weil äußerst selten jemand soviel geld bar auf den tisch legen kann?
für eine kurze aussagekräftige antwort bedanke ich mich schon jetzt."
Solche Preise sind bisher in Europa nicht die Regel. Jedoch kosten Deckhengste aus USA, Canada oder Australien soetwa in dieser Größenordnung. Ein Hengst dieser Preisklasse lohnt erst, wenn man entsprechend viele Stuten hat. Aus England (wieder Ausland, aber Achtung, Europa ist klein!) kenne ich einige Beispiele, wo Züchter sich für 50.000 Euro und mehr einen Deckhengst aus Übersee kaufen.
Ich denke in Deutschland (und in der Schweiz sicherlich auch), wo allerdings auch viele nach guten Hengsten suchen, aber bisher wenig bereit sind zu zahlen, gibt es eine sehr schöne Auswahl an vielversprechenden Zuchthengsten, von denen man gegen eine Decktaxe profitieren kann.
herzl. Grüße,
Hartwig _________________ Come visit Magicland - Kommen Sie uns im Zauberland besuchen. Hier können Sie unsere zauberhaften Alpakas kennenlernen und sich welche für Investment- oder Hobbyzucht aussuchen. Tel: 034364 - 899 000 oder 0172 - 750 60 40. |
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Hartwig Kraft-von Wedel Stammgast
Anmeldungsdatum: 04.09.2003 Beiträge: 37 Wohnort: Wiederodaer Str. 1-2, 04769 Remsa
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Verfasst am: 29.01.04, 03:56 Titel: Achtung, wieder langer Beitrag! |
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Liebe Heike,
wieder ein längerer Beitrag, wenn Du immer so viele Fragen stellst...., man nehme sich also einen Softdrink und los gehts....
Du schreibst u.a.: „Welche Funktion einem Tier zugesprochen wird, ob es nun ehr als Wirtschaftsfaktor oder als Hobbytier eingeordnet wird, entscheidet, da gibst Du mir sicher recht, letztendlich nicht das Tier, sondern der Mensch.
Hiermit eng verbunden ist auch, ob der Mensch sich vornehmlich als Hobby-Tierhalter, (wir können hier sicher auch die Kategorie Hobby-Züchter mit einbeziehen) betrachtet oder schwerpunktmäßig irgendein Produkt der von ihm gehaltenen und gezüchteten Arten vermarkten ( selbstverständlich ist das AUCH mit Liebe möglich)
und davon existieren will oder muß. Meine Ausführungen dienten zur Unterscheidung dieser Kategorien.„
Ich denke ich verstehe Dich, jedoch ist mir das zu pauschal, zu schwarz-weiß formuliert.
Gerade bei den Alpakas geht es um eine Tierart, die man professionell züchten kann, und die Zucht und in eingeschränktem Maße die Fasernutzung (abhängig davon, ob man sie selber verarbeiten kann oder nur an andere weiterverkauft) kann, wenn man Erfolg hat, auch zum Lebensunterhalt beitragen. Ich wollte eigentlich schreiben, dass gerade die Alpakas eine Tierrasse ist, die deswegen so vielen zusagt, weil man sie nicht töten muß, um hier ein Einkommen oder einen Wertzuwachs zu realisieren. Das ist nicht mein Argument, sondern das höre ich immer wieder, wenn Leute hier sind, sie sind froh, dass sie nicht geschlachtet werden müssen. Bei fast allen Tierzuchten ist das anders!!!
Also, ich denke, es ist völlig unbegründet, hier Ängste zu haben, die Alpakas würden jemals in Europa in eine Situation kommen, wie wir sie im Augenblick mit unseren heimischen Nutztieren haben, also tierquälerische Massentierhaltung, vom Gesetzgeber leider immer noch tolieriert (also Legehennenbatterien, Spaltböden, permanente Stallhaltung wie Rinder etc.).
Gerade diejenigen, die Alpakas züchten, tuen dies, weil sie die Geschöpfe lieben. Und jeder ist bemüht, seine Tiere gesund und artgerecht zu halten. Nur wer gesunde Tiere hat, kann auch erfolgreich sein....
Und gerade, wenn es um die Faser der Tiere geht, und man diese kommerziell nutzen will, ist Gesundheit des Tieres das „A“ und „O“, denn Fasern, die sog. „stress breakes“ aufweisen, oder durch mangelhafte Ernährung unregelmäßig und nicht stabil sind, sind für eine Verarbeitung nicht zu gebrauchen. Eine gesunde Faser, auch die von Huacaya Alpakas, Gerhard, weist einen gewissen Sheen also Glanz auf. Beim Suri spricht man übrigens von Lustre (dies ist laut Dr. Julio Sumar dem Suri vorbehalten), beim Huacaya von Sheen.
Du schreibst: „Leider ist die entsprechende Umfrage ja noch nicht zustande gekommen, aber ich vermute, dass ein zumindestens sehr großer Anteil der User in diesem Forum sich ehr dem Bereich der Hobby-Halter/Hobby-Züchter als dem Bereich der professionellen Züchter zuordnen würde .Die täglichen Besucherzahlen ( nachzusehen, wenn man unten in der Menüleiste die Anzeige „User“ anklickt) zeigen, dass mit dem „alpakastall“ eine Plattform geschaffen wurde oder noch im Entstehen ist, die täglich mehrere hundert Male angeklickt wird. Die besten Voraussetzungen also, um hier über professionelle Züchterthemen zu informieren, Fragen von Hobby-Haltern und Hobby-Zucht-Interessierten zu beantworten, Zukunftsperspektiven der NWK-Haltung zu diskutieren und grundsätzliche Fragen zu klären.“
Mit meinem „dazwischenhauen“ wollte ich mal abchecken, inwieweit sich Züchter auf die, zugegeben teilweise kritischen Hinterfragungen, einlassen. Es wird ja in vielen Anfragen erwähnt „ ...besuch die Züchter, ein verantwortungsvoller Züchter wird Dir gerne Deine Fragen beantworten.“
Weißt Du, und wenn 95% der Nutzer dieses Forums Lamas halten und Alpakas als Hobbytiere, Rasenmäher halten sollten (ich denke, der Prozentsatz wird nicht so hoch liegen), ist es trotzdem berechtigt, hier sachlich über die Alpakazucht zu berichten und ist es nicht legitim, die Alpakazucht ins Lächerliche zu ziehen oder in Verruf zu bringen.
Ich denke wir haben jetzt auch einige Stimmen gehört, die sagen, es geht zuweit, und ich denke, dass viele seriöse Züchter hier erst gar nichts einbringen, weil es ihnen zu blöd ist, sich hier beschimpfen oder unsachlich kritisieren zu lassen. Wenn es nur noch in Beschimpfung ausartet oder wirklich in die ungeheuerlichsten Unterstellungen, z.B. dass wir Züchter uns an einem Pyramidenspiel beteiligen würden, wie es Gerhard Rappersberger meint, dann bleibt eben nur, gar nichts zu sagen oder eben weiterhin zu versuchen, mit Sachlichkeit und Informationen auf Eure „teilweise kritischen Hinterfragungen“ zu antworten. In dem eben genannten Fall kann man dann noch in Erwägung ziehen, per Rechtsanwalt solche Unterstellungen zu stoppen (wäre hier eher eine Sammelklage oder Einzelklage angesagt?). Ich weiß nicht, ob er weiß, was er da schreibt. Alpakazüchtern zu unterstellen, sie würden an einer Art Pyramidenspiel teilnehmen, einem in Deutschland illegalen Glücksspiel, das auf Betrug basiert, geht für meine Begriffe definitiv zu weit. Auch Walter Egen hat das schon mehrfach öffentlich geäußert, komisch, und jetzt importiert er selber Alpakas.
Und da auch sonst kein Moderator dieses Forums hier Gerhard zurechtweist, und hinterfragt, ob solche Methoden zulässig sind, muß man davon ausgehen, dass diese Ansicht von ihnen vielleicht sogar noch geteilt wird!
Heike, Du schreibst: Da das für viele nicht möglich ist ( aus Zeit- oder Entfernungsgründen), bietet auch hier der „alpakastall“ besonders die Möglichkeit, dass Züchter Fragen beantworten, Stellung beziehen und den NWK-Interessierten bei ihrer Entscheidung für oder gegen Lamas, für oder gegen Alpakas, für oder gegen die Hobbyhaltung/Hobbyzucht, für oder gegen die Zucht als Existenzgrundlage behilflich sind… Mein Gefühl und mein Eindruck von einigen Beiträgen von Alpakazüchtern vermitteln mir den Eindruck, dass Fragen hierzu von Lama-Haltern nicht gern gesehen werden. Ich finde jedoch, auch wir sollten und müssen uns in diese Diskussionen einschalten um Interessierten sowohl die Lamas als auch die Alpakas vorzustellen.
Langsam verstehe ich, warum hier ständig versucht wird, gegen Alpakas oder deren Züchter zu argumentieren. Die Sorge, dass Neuinteressenten sich eher dem Alpaka zuwenden könnten. Diese Sorge ist in meinen Augen im wesentlichen unbegründet. Denn jeder Mensch ist eigenverantwortlich tätig und informiert sich und geht auf Kurse und schaut sich die Tiere an und muß selber entscheiden. Die einen mögen Lamas lieber, die anderen Alpakas.
Interessant ist: Bisher habe ich niemanden in diesem Forum erlebt, der etwas an Llamas herumkritisiert…
Heike: Du schreibst: „Niemand hat gesagt die Lamas sind wertloser als Alpakas.“
Es ist auch möglich, zwischen den Zeilen zu lesen und keine Antwort ist auch eine Antwort.
Ich hatte z.B. Heinz gefragt, der sagte, Alpaka-Hobbytiere sind Hengste, Wallache, manchmal Stuten, die dann aber schon extreme Fehler im Körperbau oder in der Faser aufweisen müssen, ob diese Verkaufskriterien dann auch für seine Lamas gelten, die er ja auch besitzt und für die er auf seiner Homepage wirbt. Bis heute habe ich dazu von ihm keine Antwort erhalten, während er aber schon wieder mehrere Fragen zur Alpaka-Faser beantwortet hat. Da drängt sich für mich schon die Frage auf, ob, zumindestens für ihn, die Lamazucht „wertloser“ als die Alpakazucht ist.
Hartwig: Also, Du hast ja eine blühende Phantasie! So jemand wie Heinz, der seit mehr als einem Jahrzehnt sich mit Liebe und mit Passion den Lamas und in den letzten Jahren auch Alpakas gewidmet hat, so etwas vorzuwerfen, ist schon allerhand. Du schaffst Dir schnell Freunde, oder? Vielleicht hat er nur gute Zuchttiere?
Ich denke, jeder muß selber entscheiden, ob er oder sie Tiere aus der Zucht nimmt, welche offensichtlich grobe Fehler aufweisen. Das hängt mit Ethik zusammen. Bei Hengsten ist das schwerwiegender als bei Stuten, da Deckhengste sich i.d.R. öfter vermehren.
Zum Beispiel züchten auch manche mit offensichtlichen Huarizos; bisher gibt es keine Regeln, dass man das nicht dürfte, aber wir haben Regeln geschaffen, dass solche Tiere ins AZVD Register nicht mehr kommen, und das ist ein erster Schritt, Selektion an der Grenze sozusagen. Denn sind die Tiere erstmal im Land, wird meist doch mit ihnen gezüchtet bzw. vermehrt, aber das Thema hatten wir schon... Konsequent wäre es, die Hengste zu zertifizieren, d.h. eine Art Hengstkörung, ähnlich wie es bei anderen Rassen üblich ist.
Du schreibst:
“Wir finden im Forum momentan eine Situation vor, die spannend, z.T. aufregend, aber auch ziemlich verwirrend ist. Ich finde sie dennoch enorm wichtig, weil sie dazu beiträgt, Klarheit darüber zu gewinnen, ob die NWK schwerpunktmäßig Hobbytiere sind oder einen wirtschaftlichen Wert besitzen. Oder beides?“
Liebe Heike, wie wäre es, wenn Du versuchen würdest, einfach mal etwas mehr zu differenzieren und mehr als nur zwei Möglichkeiten zuzulassen:
Auch wenn die Mehrzahl der NWK in Mitteleuropa zur Zeit noch schwerpunktmäßig Hobbytiere sein sollten, haben erstens alle einen wirtschaftlichen Wert. Denn auch Hobbytiere werden gehandelt. Viele Tiermärkte leben von den Hobbytierhaltern, die ihnen ihre Tiere abkaufen. So ist es denke ich auch vor allem mit den Lamas. Es gibt nur relativ wenige Züchter, aber viele Hobby-Halter.
Aber Du meinst, einen kommerziellen Nutzwert, wie wir es vorher besprochen haben…
Nun, und da gibt es mehr als zwei Möglichkeiten, mehr als nur schwerpunktmäßig nur Hobby, oder wirtschaftlicher Nutzwert. Das ist ja das schöne. Viele fangen an zu züchten, auch mit dem Gedanken, später davon eine Nebeneinnahme oder sogar einen Haupterwerb zu machen. Und einige Alpakazüchter kombinieren die zucht oder wollen später kombinieren mit Hofladen, Verkauf von Endprodukten, Rohwolle, gesponnenem Garn, Agrotourismus, also Fremdenverkehr, Übernachtung und Bewirtung (Urlaub auf dem Bauernhof, Managerurlaub), aber auch Therapie und selbst Trecking.
Den Behindertenurlaub, den Ihr anbietet, auf Eurer Website kann man es schön sehen, das ist doch super! Und in gewisser Weise lebt Ihr auch „von und mit“ den Tieren, weil die ein wesenticher Teil der Therapie sind – dies wurde an anderer Stelle kritisiert.
Auch in unserem Betrieb findet manchmal Alpakatherapie statt. So haben wir manchmal Behindertengruppen, speziell Kinder und Jugendliche, die zu uns kommen, um unsere Alpakafarm zu besichtigen und mit den Tieren zu sein, mit ihnen zu spazieren. Einmal waren Kinder von der Tabaluga-Stiftung bei uns, die waren völlig begeistert. Manchmal arbeiten wir mit der Lebenshilfe zusammen, auch mit Einrichtungen mit schwer erziehbaren Jugendlichen. Das machen wir bisher alles ehrenamtlich, weil sich unser Zuchtbetrieb durch Tierverkäufe trägt.
Die Kinder und Jugendlichen sind oftmals so begeistert, dass sie gar nicht mehr weg wollen. Sie werden berührt von dem liebevollen Wesen der Alpakas.
Und so trägt jeder Züchter und Halter, der Öffentlichkeitsarbeit macht, oder eine Schulgruppe oder Behindertengruppe mit seinen Tieren verzaubert, dazu bei, die Tiere publik zu machen, ob es nun Llamas oder Alpakas sind, ist ja gleichgültig.
Aber es muß doch trotzdem möglich sein, das Alpaka auch als Zuchttier betrachten zu können und dafür nicht beschimpft zu werden. Ich hoffe, ich habe deutlich gemacht, dass wir Alpakazüchter und ich denke ich spreche da für alle oder fast alle, unsere Alpakas nicht als wirtschaftliche Nutzgegenstände sehen, sondern dass wir unsere Tiere lieben und durchaus nicht ausschließlich unter einem wirtschaftlichen Gesichtspunkt betrachten, aber auch den wirtschaftlichen Gesichtspunkt berücksichtigen.
Heike: Welche Informationsquellen, speziell Literatur, gibt es momentan im deutschsprachigen Raum über Neuweltkameliden? Die Bücher von Rappersberger und Gauly. Den Erstgenannten stellst Du ziemlich in Frage,
Beiträge aus dem Zweitgenannten bezeichnet Heinz als veraltet. hm.
Hartwig: Ja, Du sprichst einen heiklen Punkt an. Leider ist die deutschsprachige Literatur, was NWK angeht, recht mager. Aber, wer ein wenig Englisch kann, hat eine großen Vorteil: Fast alle Literatur über NWK ist auf Englisch erschienen. Es gibt auch mehrere gute englischsprachige Alpaka-Magazine. Aber ich denke, in Bälde werden auch weitere deutschsprachige Publikationen folgen. Zu den mumifizierten Alpakas und Lamas: Kann man eigentlich aus so einem Fund daraus schließen, daß alle Alpakas und Lamas so fein waren, wie die Geopferten oder als Grabbeilage den Göttern geweihten? Man hat sicher Ausnahmetiere verwandt, vielleicht aber auch nicht. Who knows? Und ich kann mir vorstellen, daß Faser nach 1000 Jahren auch ein bißchen feiner wird, Ihr auch? Correct me if I am wrong. Auch Faser besteht aus einem Bruchteil aus Wasser, und das ganze dürfte doch in 1.000 Jahren etwas zusammenschrumpfen.
Heike: „Ist die Faser des Alpakas in Deutschland schon so wertvoll und kann man von dem Verkauf leben?
Rappi sagt ganz klar „nein“ , Du und andere sagen ganz klar „ja“. hm.“
0) Mensch, wenn Ihr nicht Rappi hättet, was würdet Ihr tun?
1.) Wo habe ich gesagt, dass man in Deutschland von dem Verkauf von Alpakafaser leben kann? Bitte die Stelle zitieren!
2.) Der Alpakazüchter lebt im Augenblick überall in den westlichen Ländern primär von dem Verkauf von Tieren, sei es als Hobbytier oder als Zuchttier. Jedoch bereitet er mit allen anderen Züchtern einen Markt vor, wo die Alpakafaser in guter Qualität professionell verarbeitet wird und auch Mengenmäßig ins Gewicht fällt. Jeder Züchter, ob er Pferde züchtet oder Milchvieh, hat nicht nur die Einnahmen aus Preisgeldern bei Turnieren oder über den Milchverkauf, sondern beim Züchter geht es in erster Linie um die Zucht und das heißt, dass der Umsatz im wesentlichen durch den Verkauf von Nachwuchs oder aus dem Deckgeschäft kommt.
3.) Die Faser… Was ist die Faser?
Es gibt Alpaka-Faser mit 15 Mikron, für die pro kg sicherlich 400 bis 500 $ gezahlt werden und welche mit 35, die man für die Herstellung von Polsterstoffen gut verwenden kann; auch hier werden bei Veredelung der Faser zum Endprodukt gute Preise erzielt.
Inwieweit die Rohfaser und die Veredelung derselben zum Einkommen der Alpakazüchter bzw. der Alpakazüchterin beiträgt, wird auf den einzelnen ankommen, einerseits auf die Qualität der Faser, andererseits davon, ob er oder sie etwas aus der Rohfaser machen kann, in Zukunft, oder machen lässt, oder sie einfach nur verkauft. Ich denke, der Schritt, dass man kleine Mengen Rohfaser in Garn verarbeiten lässt oder auch Rohfaser abliefert und dafür hochwertige Endprodukte erhält, ist nicht mehr weit und wird uns alle voranbringen.
Heike: Hartwig, mir liegt hier ein Rundschreiben an die Rohwoll-Anlieferer vom ALNC-Team vom letzten September vor.
Ein Auszug daraus:
„ Es freut uns, dass dieses Jahr wieder einige „neue“ Anlieferer dazugekommen sind. Unerfreulich war in einigen Fällen, dass die Anlieferer seitens Herrn Blasi enttäuscht werden mußten; teuer erworbene Alpakas hatten teils nur die Qualität mittlerer Lamawolle...... Alpaka- wie Lama-Rohwolle werden gleichermaßen benötigt. Die Faserqualitäten der beiden Tierrassen sind mitunter kaum zu unterscheiden. Manche Wollieferanten werden festgestellt haben, daß ihre Lamas die feine Faserqualität von Alpakas haben – aber mancher mußte auch erkennen, dass die Wolle seiner Alpakas nur die „gewöhnliche“ Qualität der Lamafaser hat.“
Wie bewertest Du diese Aussage? Wurden hier dann Leute übers Ohr gehauen oder ist die Entwicklung der Alpaka-Faser doch noch nicht so weit wie gewünscht?
Bist Du Geographie-Lehrerin ? Ich komme mir vor, wie in der Schule. Wie bewertest Du diese Aussage. Berücksichtige dabei die Diagramme ....
Hier meine Bewertung:
1.) Ich weiß nicht, wer die Aussage gemacht hat und ob das auch als Teil der Kampagne | | |